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Knorpelschaden

Entstehung

Akute Schädigungen des Knorpels entstehen infolge von Gewalteinwirkung bei Verletzungen. Meist wird dabei ein mehr oder weniger groβes Stück des Knorpelüberzugs herausgesprengt.

Degenerativer Knorpelschaden

Durch langfristige Über- bzw. Fehlbelastung an bestimmten Stellen, kann sich der Knopel verdünnen (Arthrose).

Beschwerdebild

Bei akuten Verletzungen bestehen üblicherweise Schmerzen bei Belastung und manchmal auch im Ruhezustand. Das Knie ist oft aufgrund eines Ergusses angeschwollen. Wenn ein abgelöstes Knorpelstück im Kniegelenk eingeklemmt wird, führt dies zu einer Blockade, d.h. das Knie lässt sich nicht mehr vollständig strecken oder beugen.

Der degenerative Knorpelschaden hat als Erscheinungsbild einen Dauerschmerz, der eine Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringt.

Diagnose

  • Anamnese und Klinik
    Anhand der Unfallanamnese und der klinischen Untersuchung des Patienten kann man nur schwer eine exakte Diagnose betreffend das Ausmaβ und den Schweregrad des Knorpelschadens stellen. Sehr wohl aber können grundlegende Erkenntnisse für weiterführende Untersuchungen gewonnen werden.
     
  • Röntgen
    Die Durchführung einer konventionellen Röntgenaufnahme dient zum Ausschluss frischer knöcherner Verletzungen oder bereits eingetretener Knochendeformierung und Achsfehlstellung. Ein akuter traumatischer Knorpeldefekt ist selten auf diesen Aufnahmen zu sehen, es sei denn, ein ausgebrochenes Knochenfragment ragt in das Kniegelenk hinein.
     
  • MRI
    Mit Hilfe der Magnetresonaztomographie (MRI) werden Schichtbilder des Kniegelenkes angefertigt, worauf der Knorpelschaden gut zu erkennen ist.

Behandlung

Die Wahl der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Knorpelverletzung (Grad 1-4 nach Outerbridge) und nach der Gröβe des Defekts.

Falls es zu einem Ausbruch von gröβeren Knorpel- oder Knorpelknochenfragmenten gekommen ist, besteht die Möglichkeit (v.a. bei jungen Patienten in den ersten Tagen nach der Verletzung), diese wieder an den Knochen zu fixieren. Diese Refixation geschieht mit Hilfe eines so genannten Fibrinklebers. Wenn das nicht mehr möglich ist, wird das abgelöste Fragment entfernt und der Defekt so behandelt, dass sich dort nach Möglichkeit wieder Knorpelersatzgewebe bildet.

2 Möglichkeiten:

  1. Induktion der Bildung von Ersatzknorpel
     
    Durch Anmeiβeln (früher Anbohren) des gut durchbluteten Knochens direkt unter dem  Knorpelschaden gelangen Stammzellen und Blut in den Bereich des Knorpeldefekts. Es bildet sich allerdings nicht nur aus Zellen bestehender, hyaliner Knorpel, sondern auch teilweise fibröser, weniger elastischer Faserknorpel.
     
    Micro-fracture Technik
    Der Knochen wird mit einem spitzen Meißel eröffnet, bis es zu einer sichtbaren Blutung kommt.
     
    Abrasionsarthroplastik nach Johnson
    Hier wird der Knochen mittels einer motorisierten Fräse durchbrochen. Das sich dadurch ausbildende Blutgerinsel wandelt sich in ein festes Regenerat um, wofür das Bein 4-6 Wochen entlastet werden muss.
     
    Pridie-Technik
    Diese Technik wurde früher bei Defekten angewandt. Hier wir der Knochen durch mehrere kleinere Löcher angebohrt. Die dabei entstehende hohe Temperatur kannn aber zu Hitzenekrosen (Knochenverbrennung durch Bohrer-Reibungswärme) des Knochens führen.
     
  2. Transplantation von Gelenksknorpel 
     
    Mosaikplastik
    Bei der ‹Mosaikplastik› wird ein oder mehrere körpereigene Knorpel- Knochenzylinder aus einer gering belasteten Zonen des Kniegelenkes entnommen. Anschlieβend werden mehrere zylinderartige Löcher in die defekte Knorpelstelle gebohrt und mit den gewonnenen Zylindern mosaikartig gefüllt. Diese Methode ist bei Defekten bis zu 5cm2 möglich.
     
    ACT (Autologe Chondrozyten Tranplantation)
    Hierbei werden ebenfalls von einer unbeschädigten und wenig belasteten Zone des Kniegelenkes ein intakter Gelenksknorpel entnommen. Im Gegensatz zur Mosaikplastik, wird der intakte Knorpel nicht sofort implantiert, sondern das gewonnene Zellmaterial in Speziallaboren kultiviert. Durch die Einlage dieses Zellmateriales in bestimmte Kulturmedien für ca. 3-4 Wochen, erhöht sich die Zahl der Chondrozyten (aktiven Knorpelzellen) um das ca. 30-fache. Anschließend wird in einem offenen chirurgischen Eingriff (Arthrotomie) ein Periostlappen (Knochenhaut, welche den Knochen überzieht) von der Tibia entnommen, der direkt über dem Knorpeldefekt fixiert wird. In die darunter geschaffene Hohlkammer werden nun die gezüchteten Knorpelzellen eingebracht. 

Für die reibungslose Bewegung eines Gelenkes ist ein intakter Knorpelüberzug der Gelenksflächen Voraussetzung. Gesunder Knorpel erscheint glänzend weiß und glatt. Die Ernährung des Knorpels erfolgt über die Gelenksflüssigkeit.