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Meniskus

Aufgaben

Die Menisken sind Stoβdämpfer und Gleitlager des Kniegelenkes. Jedes Kniegelenk hat einen Innen- und Auβenmeniskus,die ihrem Aussehen nach an Halbmonde erinnern. Der Innenmeniskus ist fest mit dem inneren Seitenband und der Gelenkskapsel verwachsen und somit in seiner Beweglichkeit bei Drehbewegungen des Kniegelenkes stark eingeschränkt. Deshalb ist dieser auch verletzungsanfälliger als der Auβenmeniskus.

Funktionen

Die Menisken tragen in vielfältiger Art und Weise zu einer normalen Kniefunktion bei. Sie haben Einfluss auf Kraftverteilung, Pufferfunktion, Knorpelernährung und Gelenkstabilität.

  1. Kraftverteilung - Die Menisken sorgen bei Kraftverteilung für eine gleichmäβige Lastverteilung des Gewichtes auf den Gelenkknorpel, indem sie die einwirkende Kraft auf eine gröβere Oberfläche verteilen.
  2. Pufferfunktion - Während der Fortbewegung kann eine abrupte Belastung, die auf das Knie einwirkt durch Verformung der Menisken abgeschwächt werden.
  3. Sie gleichen die völlig unterschiedlichen Gelenksflächen des Ober- und Unterschenkels aus.
  4. Sie bewirken eine Verteilung der Gelenksflüssigkeit über die Gelenksoberfläche, wodurch der Knorpel mit Nährstoffen versorgt wird.
  5. Sie sind ein wichtiger Faktor für die Gelenkstabilität.

Entstehung

Man unterscheidet 2 Arten von Meniskusläsionen:

  1. Altersbedingte, degenerative Meniskusläsionen:
    Die degenerative Meniskusläsion ist die häufigste Ursache einer Meniskusschädigung und entsteht durch langfristige Überbeanspruchung. Der bereits angeschlagene Meniskus kann durch sogenannte ‹Bagatelltraumata› letztendlich einreiβen. Oft gibt es bei dem degenerativen Krankheitshergang kein erinnerliches Unfallereignis, das zu einem kompletten Riss geführt hat.
     
  2. Traumatisch bedingte Risse:
    Seltener kommt es im Rahmen von Unfällen mit einem Rotationstrauma unter Belastung (zB.: Skifahren, Fuβball) durch groβe Krafteinwirkung zu einem Riss eines vorher gesunden Meniskusgewebes.

Beschwerdebild

Der Meniskusschaden kann unterschiedliche Symptome und Beschwerden verursachen. Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen, die sich bei Drehbewegungen des gebeugten Unterschenkels verschlechtern
  • Schmerzen beim Bergab gehen und Stiegen hinunter steigen
  • Schmerzen nach längerem Sitzen und plötzlichem Aufstehen
  • Schmerzen im Knie, welche nach wenigen Schritten besser werden oder verschwinden
  • Stechende Schmerzen und/oder Schnappen beim in-die-Hocke gehen oder aufstehen
  • Stechende Schmerzen im Schneidersitz (v.a. Innenseite)
  • Blockierung des Kniegelenks - Teile des gerissenen Meniskus klemmen im Gelenksspalt ein
  • Es kann vorkommen, dass das betroffene Knie nicht mehr abgebogen oder gestreckt werden kann
  • Bleibende oder wiederkehrende Schmerzen im Kniegelenkspalt bei Sport oder sonstiger körperlicher Betätigung auf das Kniegelenk. Begleiterscheinung kann ein Reizerguss, und somit eine Schwellung des Gelenkes sein.

Diagnose

Die klinische Untersuchung ist das wichtigste Diagnosemittel zur Feststellung einer meniskalen Verletzung. Als Hilfsbefund wird ein MRT zugezogen.

Klinische Untersuchung
Traumatische Meniskusläsionen können anhand des Unfallmechanismus erkannt werden. Ein frischer Einriss des Meniskus in der durchblutenden Zone führt meist zu einem Gelenkserguss, woraufhin alle Bewegungen des Kniesgelenkes nur mehr unter Schmerzen möglich sind. Weiters deutet ein Druckschmerz im Bereich des Gelenkspalts auf eine Meniskusläsion hin.

Klinische Meniskustests
Diese Tests beruhen auf Schmerzprovokation des geschädigten Meniskus, durch Beuge- und Rotationsbewegungen des Knies. Diese werden durch den Untersucher ausgelöst und schaden meist auch seinem Sympathiewert.

Röntgen
Die Durchführung einer Röntgenstandardaufnahme des Kniegelenkes dient zum Ausschluss von möglichen Frakturen, Verkalkungen, Röntgendichte, freie Gelenkskörper.

Magnetresonanztomographie
Zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose eines Meniskusrisses, wird eine MRI durchgeführt. Dieses radiologische Verfahren ist die einzige Möglichkeit, die Menisken und deren Verletzung auf speziellen Bildern sichtbar zu machen.

Behandlung

Ein mit MRI diagnostizierter Meniskusschaden und bestehender klinischer Symptomatik wird arthroskopisch operiert, um die Schmerzen zu beheben und fortschreitende Schädigungen des Gelenkes zu vermeiden.
Ob der Meniskus genäht und somit erhalten werden kannn, oder der gerissene Anteil so geschädigt ist, dass er entfernt werden muss, entscheidet sich erst während der Operation.

Der Groβteil aller Risse ist im inneren, hinteren, zentralen 1/3 des Meniskus lokalisiert. Da dieses Areal nicht durchblutet ist, ist eine Heilung des Meniskus an dieser Stelle völlig ausgeschlossen, der eingerissene Meniskusanteil muss entfernt werden. Das gleiche gilt für ältere Rupturen, da die Rissränder sehr stark ausgefranst sind. Das Motto der Meniskusteilresektion lautet: So viel wie notwendig - so wenig wie möglich!
Meist sind nur ca. 10% der gesamten Meniskusmasse eines Kniegelenkes betroffen.

Eine Ausnahme stellen Längsrisse im gut durchbluteten, Äuβeren(gelenkskapselnahen) 1/3 des Meniskus dar. In diesem Fall ist eine erhaltende Therapie mittels Meniskusnaht möglich.
Die Entscheidung über die geeignete Therapie stellt sich jedoch erst durch den arthroskopischen Befund während der Operation.

Komplikationen

Komplikationen sind selten, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Eine einfache und ungefährliche Komplikation ist der Kniegelenkserguss. Bildet er sich durch Schonung, Kältetherapie und aktive Bewegung der Beinmuskulatur nicht selbstständig zurück, sollte er abpunktiert werden. Trotz strengster hygienischer Anforderungen und hochsterilen Arbeitsbedingungen im OP kann es zu Infektionen kommen, die sofort stationär behandelt werden müssen. Bei gleichzeitig bestehenden Knorpelschäden (Arthrose) können auch bestehende Beschwerden, trotz Meniskus-OP, anhalten.

Prognose

In der Regel liefert die arthroskopisch durchgeführte Meniskusteilresektion sehr gute Ergebnisse. Langfristig kann die Teilentfernung des Meniskus einen Knorpelverschleiβ begünstigen, der jedoch nicht obligat ist.

Arten der Meniskusläsion

Der Meniskus kann am vorderen Anteil (Vorderhorn) oder häufiger am hinteren Anteil (Hinterhorn) eingerissen sein. Ein durchgehender, längs verlaufender Riss vom hinteren bis zum vorderen Anteil des Meniskus mit gleichzeitigem Einschlagen des abgetrennten Anteils in das Kniegelenk hinein nennt man "Korbhenkelriss". Das führt zu einer, meist schmerzhaften Bewegungseinschränkung oder sogar einer Blockierung des Kniegelenkes. Folge ist ein ‹Schnappen› mit plötzlichen Einklemmungsgefühl und stechend-brennenden Schmerzen. Weitere Möglichkeiten sind der Meniskusabriβ, -längsriss, -lappenriss und -radiärriss.