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Dupuytren'sche Kontraktur

Erklärung

Hierunter versteht man eine Bindegewebswucherung der Handfläche und der Finger. Zwischen der Handhaut einerseits und den Beugesehnen und Nerven der Hand andererseits liegt eine strangförmige Gewebeschicht (sog. Palmaraponeurose). Beim festen Zugreifen oder beim Sturz auf die Hand schützt dieses Gewebe die darunter liegenden empfindlichen Sehnen und Nerven. Bei der Dupuytren'schen Erkrankung verändert sich jedoch dieses Gewebe. Es wird strangförmig immer dicker, bildet Knoten und verkürzt sich. Hierdurch werden langsam aber sicher die Finger immer mehr gekrümmt. Diese Erkrankung tritt bei Männern etwa 8mal so häufig auf wie bei Frauen.

Symptome

Im typischen Fall sieht und tastet man Knoten und Stränge in der Hohlhand, die oft auch in die Finger hinreichen und diese einkrümmen. Im fortgeschrittenen Stadium können die Hauteinziehungen schmerzhaft sein, und die Beweglichkeit der betroffenen Finger vollkommen aufgehoben sein.

Ursachen

Eine genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die Vererbung eine sehr wichtige Rolle spielt. Bei jedem 3. Betroffenen ist ein Familienangehöriger von der gleichen Erkrankung betroffen.

Diagnose

Für den erfahren Arzt kann die Krankheit meist durch einfaches Betrachten und Betasten der Hand erkannt werden. In schwereren Fällen kann eine Röntgenaufnahme nützlich sein.

Therapie

Eine Operation ist in der Regel dann erforderlich, wenn einer oder mehrere Finger nicht mehr voll gestreckt werden können. Bei Schmerzen oder sehr starken Hauteinziehungen ebenso bei störenden ausgedehnten knotigen Veränderungen kann eine Operation auch ohne Streckverlust der Finger sinnvoll sein.

Nicht-operative Therapie

  • Bei einem einzelnen störendem Strang in der Hohlhand genügt eine Kontrolle nach 12-18 Monaten
  • Stoβwellentherapie
  • Die Wirksamkeit einer Ultraschallbehandlung, Kortisoninjektion, Laseranwendung u.ä. ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Operative Therapie:

  • Das krankhaft veränderte Fasciengewebe der Hohlhand und der betroffenen Finger wird möglichst vollständig entfernt, was in Leitungsanästhesie (Nervenblockade) oder in Allgemeinnarkose durchgeführt werden kann.
  • In fortgeschrittenen Fällen ist auch die Haut verkürzt. Eine Hautverlängerung muss dann mit Hautplastiken (d.h. Umformungen der noch vorhandenen Haut) oder auch durch Hautverpflanzungen vorgenommen werden. Gerade im späten Stadium oder bei lange bestehenden Gelenkskrümmungen ist es oft notwendig, die geschrumpften Bandstrukturen eines Gelenks zu lösen.
  • Postoperative Ruhigstellung bis zur Nahtentfernung für 2 Wochen
    Aussetzen von schweren manuellen Tätigkeiten für etwa 6 Wochen
  • Die Operation an der zweiten Hand sollte immer mit genügendem Zeitabstand zum Ersteingriff vorgenommen werden.

Prognose

Im Normalfall stellt sich bei entsprechender Nachsorge der gewünschte Erfolg ein. Dennoch kann es in Ausnahmefällen zu Störungen der Wundheilung oder zu einer schlechteren Bewegung der ganzen Hand kommen. Die meisten dieser Komplikationen verzögern zwar den Heilverlauf, ein gutes Endergebnis ist jedoch auch hierbei möglich.

 

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