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Schnellender Finger

Erklärung

Als Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) wird eine Sehnengleitstörung der Hand bezeichnet. Der schnellende Finger ist durch eine Verengung der bindegewebigen Sehnenscheide der Fingerbeuger über dem Grundgelenk charakterisiert. Auf Grund dieser Einschnürung der Sehnenscheide, kommt es zu einer Bewegungseinschränkung der Beugesehne. Die Sehne muss bei jeder Bewegung des Fingers diese Verengung passieren. Sie läuft nicht mehr glatt in ihrem Gleitlager und überwindet die Verengung nur erschwert mit einem hörbaren Schnellen. Die schnellende Bewegung beim Strecken der Finger gab der Erkrankung ihren Namen. Es können im Verlauf der Erkrankung mehrere Finger betroffen werden. Es sind überwiegend Frauen mittleren Alters betroffen.

Symptome

Typisch für die Erkrankung sind die eingeschränkte Streckfähigkeit sowie eine deutlich zu tastende Verdickung der Sehne. Typisch hierbei ist die schnellende Bewegung beim Strecken der Finger. Dieses Symptom tritt besonders morgens oder nach längerem Ruhezustand der Hand auf. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Finger aktiv nicht mehr aus der gebeugten Stellung heraus bewegt werden.

In einigen Fällen besteht bei diesem Krankheitsbild allerdings kein ‹klassisches› Schnappen:
Hier leiden die Betroffenen an ausgeprägten Schmerzen beim Faustschluss oder auch beim Strecken der Finger. Auch dieses Symptom ist besonders morgens sehr ausgeprägt. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, die Faust vollständig zu schlieβen oder die Finger ganz zu strecken. Die ganze Hand fühlt sich, besonders morgens, steif an.

Ursachen

Verantwortlich für die Erkrankung ist ein deutlicher Unterschied zwischen der Größe der Beugesehne und der sie umhüllenden Sehnenscheide. Durch mechanische Überlastung oder degenerative Veränderung schwillt das Sehnengleitgewebe an und es kommt es zu einer knotigen Verdickung der Sehne.

  • Diabetes mellitus
  • Amyloidose (Ablagerung von Eiweißprodukten)
  • Rheumatoide Arthritis
  • Funktionsbehinderungen der Hand z.B. CTS

Diagnose

Für den erfahren Arzt kann die Krankheit meist sehr einfach durch eine klinische Untersuchung der Hand erkannt werden.

Therapie

1. Nicht-operative Therapie

  • In den ersten Wochen oder sogar Monaten kann der betroffene Finger mit Salben, eventuell auch mit Injektionen, behandelt werden. Erst wenn diese Maßnahmen versagen, ist eine Operation notwendig.

2. Operative Therapie

  • Durch die Operation wird die Gleitfähigkeit der Sehnenscheide wieder voll hergestellt. Der Eingriff kann in lokaler Leitungsanästhesie erfolgen, bei der die Hand- und Finger versorgenden Nerven betäubt werden.
  • Bei der Operation wird die Verengung im Bereich des Sehnenweges gespalten (Ringbandspaltung). Der knotenartig verdickte Sehnenteil kann wieder normal gleiten.
  • In fortgeschrittenen Fällen ist außerdem eine Entfernung des entzündeten Sehnengleitgewebes erforderlich sowie eine Lösung von Sehnenverwachsungen.
  • Postoperativ empfiehlt sich der sofortige Beginn mit Bewegungsübungen
  • Aussetzen von schwerer manueller Tätigkeit für etwa 2 Wochen

Prognose

Mittels nicht-operativer Therapie gelingt es zwar mittelfristig die Beschwerden zu lindern, in den seltensten Fällen können jedoch hiermit die Beschwerden komplett und dauerhaft geheilt werden. Im Gegensatz dazu ist die Operationsprognose sehr gut. Fast allen Patienten kann mit einer Spaltung des Ringbandes dauerhaft geholfen werden.

 

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