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Carpal Tunnel Syndrom (CTP)

Erklärung

Das weit verbreitete Carpal Tunnel Syndrom, abgekürzt CTS, ist eine Einengung des Hand-Mittelnervs (Nervus medianus) im Bereich der Handwurzel (Innenseite des Handgelenkes). An dieser Stelle verläuft der Nervus medianus zusammen mit 9 Sehnen durch einen Tunnel (Carpal Tunnel), der durch die Handwurzelknochen und ein ca. 2 cm breites Band (Retinaculum flexorum) gebildet wird. Dieses Nervenengpassyndrom tritt am häufigsten im Alter von 50-60 Jahren auf. Frauen sind davon doppelt so häufig betroffen wie Männer, da eine hormonelle Ursache mitverantwortlich sein kann.

Symptome

Erste Zeichen des Carpal Tunnel Syndroms sind Gefühlsstörungen im Nervenversorgungsgebiet von Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie der benachbarten Hälfte des Ringfingers. Die Störung umfasst einerseits Taubheit mit herabgesetztem Feingefühl, andererseits Reizsymptome mit ‹Ameisenlaufen› oder Kribbeln und Schmerzen. Typisch ist das Auftreten dieser Symptome in der zweiten Nachthälfte, bedingt durch eine leichte Wassereinlagerung, die den Druck auf den Nerv verstärkt. Die Patienten erwachen häufig wegen dieser Schmerzen und verspüren meistens eine Besserung nach Schütteln der Hand. Tagsüber kann ein Taubheitsgefühl auftreten. Eine Einschränkung bei Feinarbeiten und der Verlust der Griffstärke sind störend. In Handgelenkbeugestellung verstärkt sich das Kribbeln. Das Beklopfen des Nervenverlaufs auf Höhe des Handgelenkbandes führt zu elektrisierenden Empfindungen in den Fingern.

Vier Hauptsymptome stehen im Vordergrund der Erkrankung:

  • Gefühlsstörung der Finger
  • Nächtlicher Ruheschmerz
  • Durchblutungsstörungen der Hand
  • Kraftverlust in den Fingern

Ursachen

1. Mechanische Irritationen

  • Sehnenscheidenentzündung bei Rheumatikern oder nach Verletzungen
  • Frakturen im Handbereich (v.a. Speiche)
  • Schwellungszustände von Hand und Vorderarm z.B. nach Verletzungen
  • Tumoren und Ganglien

2. Erkrankungen, durch die der Nerv druckempfindlich wird

  • Diabetes mellitus (Polyneuropathie)
  • Amyloidose (Ablagerung von Eiweißprodukten)
  • Hormonelle Veränderung (Schwangerschaft, Schilddrüsenüberfunktion)

Diagnose

In den meisten Fällen kann die Vermutungs-Diagnose schon durch die vom Patienten geschilderten Symptome gestellt werden. Ganz typisch sind dabei die nächtlichen Beschwerden. Bei der Untersuchung der Hand können spezielle Tests dazu beitragen, die Vermutungsdiagnose zu bestätigen. Je nach Situation kann ein Röntgenbild des Handgelenks notwendig sein. Definitiv bestätigt wird der Druckschaden durch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und durch typische Veränderungen der elektrischen Aktivität der versorgten Muskulatur. Bei diesen Messungen, die durch die Neurologen durchgeführt werden, kann objektiv bestimmt werden, ob und wie schwer eine Einengung des Nervs vorliegt.

Therapie

Bei kurz bestehenden Symptomen oder bei milder Ausprägung der Einklemmung kann eine nicht-operative Therapie versucht werden:

1. Nicht-operative Therapie

  • Nächtliche Ruhigstellung des Handgelenks auf einer gepolsterten Schiene
  • Stoβwellentherapie
  • Vermeidung mechanischer Überbelastung
  • Medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten
  • Kortisonspritze in den Carpal Kanal

Lässt sich durch diese Maßnahmen keine deutliche Besserung erreichen, schließt sich die Operation an. Eine dringende Operationsindikation besteht allerdings bei akut auftretenden Kompressionen des Nervs, die zumeist durch Unfälle oder akute Entzündungen bedingt sind.

2. Operative Therapie

  • Durchtrennung des bindegewebigen Handgelenkbandes; Hierdurch wird die Kompression des Medianusnervs aufgehoben.
  • Entfernung von Weichteiltumoren oder von verdicktem Sehnengleitlagergewebe
  • Postoperativ sofortiger Beginn mit Bewegungsübungen in einer Handgelenksschiene
  • Aussetzen von schweren manuellen Tätigkeiten für etwa 6 Wochen

Operationsverfahren

Prinzipiell stehen zwei verschiedene Operationsverfahren zur Verf^ügung.

Neben der klassischen "offenen" Operation, die in Leitungsanästhesie (Nervenblockade) oder in Allgemeinnarkose durchgeführt werden kann, ist auch ein minimal-invasiver (endoskopischer) Eingriff möglich. Hierbei wird durch zwei Röhrchen operiert, für die nur kleine Hautschnitte nötig sind. Von Vorteil sind bei dieser Operationsmethode die kleineren Narben und dadurch die geringere Gefahr einer Bewegungseinschränkung durch Narbenbildung.

Die Operation an der zweiten Hand sollte immer mit genügendem Zeitabstand zum Ersteingriff vorgenommen werden. Das heiβt, die volle Belastbarkeit der zuerst operierten Hand muss wieder vollständig hergestellt sein. Vor einem chirurgischen Eingriff muss immer sicher abgeklärt werden, ob die Nervenkompression nicht an anderer Stelle stattfindet, so z.B. gleich beim Austritt des den Arm versorgenden Nervengeflechts im Halswirbelbereich (C6-Syndrom) oder muskelbedingt im Ellenbeugenbereich.

Prognose

Bei Versagen der nicht-operativen Therapie sollte nicht zu lange mit der Operation gewartet werden. In weit über 90% der Fälle kommt es sofort nach der Operation zu einer subjektiven Verbesserung der Beschwerden. Häufig kann im Anschluss an eine Operation eine sofortige Schmerzfreiheit erreicht werden. Zunächst kommt es zu einer Reduktion der Schmerzsymptomatik, an die sich im weiteren Verlauf die Wiederherstellung der vollen motorischen und sensiblen Fähigkeit anschlieβt.

 

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