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Stoßwellentherapie

Diese Methode wird seit 20 Jahren zur Zertrümmerung von Gallen-, Nieren-, und Harnleitersteinen erfolgreich eingesetzt. Mit der radialen Stoßwelle behandelt man mit Hilfe von fokussierenden Druckwellen chronische Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Seit ca. 5 Jahren ist diese Behandlungsmethode auch in der Orthopädie gebräuchlich. Durch diese ungefährliche und nebenwirkungsarme Heilmethode lassen sich häufig Operationen vermeiden.

Erklärung

Eine Stoßwelle ist eine sich radial ausbreitende Schallwelle, die größere Teile des menschlichen Organismus oder auch nur Atome in Schwingung versetzt. Im Gegensatz zu druckschwachen, monofrequenten Ultraschallwellen sind Stoßwellen druckstarke (bis 500 bar) Schallimpulse, die sich durch einen Druckanstieg und durch ein breites Frequenzspektrum (16-20 MHZ) auszeichnen. Die Stoßwelle besteht aus zwei verschiedenen Anteilen, einer Druck- und einer Zugwelle. Die Druckwelle komprimiert das umgebende Gewebe. Durch die Freisetzung von Energie aus der Stoßwelle kommt es zum Aufbruch der Gitterstruktur von Molekülen. Der Zugwellenanteil mit seinem geringeren Druck sorgt z.B. für ein Zusammenfallen von Gasblasen innerhalb der Kalkstrukturen, die sich nach der Stoßwelle wieder ausdehnen, und somit zu einer Instabilität der Kalkstrukturen führen. Das Kalkdepot zerfällt, wird abgebaut und über den Lymphweg abtransportiert.

Wirkungsweise

Radiale Stoßwellen bewirken die Ausschüttung zahlreicher Substanzen, die als Botenstoffe im Körper verschiedene Reaktionen auslösen. Einer dieser Stoffe ist der Schmerzmediator und Wachstumsfaktor Substanz P. Radiale Stoßwellen verstärken seine Freisetzung. Das führt zu Schmerzminderung, Erweiterung der Blutgefäße und somit zu besserer Durchblutung und sogar zu Knochenneubildung. Stickoxid (NO) hat ebenfalls gefäßerweiternde Wirkung und spielt eine wichtige Wirkung in der Gefäßneubildung (Angiogenese).

Hemmung des Enzyms COX II

Entzündungsmediatoren wie COX II können durch die Radiale Stoßwelle gehemmt werden. Dies führt zu einer Abschwächung entzündlicher Prozesse (antiphlogistischer Effekt). 

Aktivierung der zellulären Abwehr

Radiale Stoßwellen bewirken die Freisetzung freier Radikale. So werden körpereigene zelluläre Abwehrmechanismen gestärkt – der Körper beginnt sich aktiv gegen seine Erkrankung zu wehren. 

Hyperstimulation von Nervenfasern

Aufsteigende Schmerzreize werden durch Überstimulation von Nervenfasern blockiert und führen so zu einer Verstärkung der analgetischen Wirkung (Gate-Control-Theorie).

Anwendungsspektrum

Die Extrakorporale Stoßwellentherapie wird bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:

  • Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
    Durch die Auflösung des Kalkdepots in der Schulter kommt es zu einer Schmerzreduktion. Der schmerzfreie volle Bewegungsumfang wird wieder erreicht.
  • Tennisellenbogen (Epicondylitis humeri)
    Eine chronische Entzündung am Ansatzpunkt der Unterarmstrecksehnen führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Durch die Verminderung der Entzündung kommt es zu Schmerzlinderung, zur Steigerung der Beweglichkeit und Kraftzunahme.
  • Fersensporn
    Ansatztendinose der Plantarfaszie. Die Stoßwellen lösen die Entzündungsvorgänge and chronische Sehnenansatzerkrankungen
  • Golferellenbogen
  • Steife Schulter
  • Pseudoarthrose (Knochenbruchheilungsstörung)

Durch die Stoßwellen werden die Knochenzellen zum Wachstum angeregt. Über das Wachstum dieser Zellen im Bruchspalt, kann der instabile Knochen besser zur Heilung gelangen.

Trigger (Knoten) sind dauerhaft verkürzte und verdickte Muskelfasergebiete innerhalb eines Muskels, die sich über Jahre durch Fehl- oder Überbelastung bilden und schlieβlich zu Muskelverkürzungen, Verspannungen und Verhärtungen führen. Sie lösen Schmerzen an anderen Körperstellen aus: z.B. Bandscheibenprobleme, Ischiasbeschwerden, Rückenschmerzen, Nacken- und Kopfschmerzen, Schulter, Hüft- und Knieschmerzen.

Vorteile

  • Keine Strahlenbelastung
  • Nebenwirkungsarm
  • Schonende Methode
  • Vermeidung einer Operation
  • Hohe Erfolgsquote

Therapie

Üblicher Weise sind 3 (maximal 5 bis 6) Behandlungen im wöchentlichen Abstand ausreichend. Eine Therapie mit 2.000 Impulsen dauert ca. 4 Minuten. Die Anzahl und Intensität der Impulse wird dem Krankheitssymptom angepasst und ist individuell einstellbar.

Nebenwirkungen

In manchen Fällen kann es zur Ausbildung von Blutergüssen, Schwellungen und zu einer kurzfristigen Schmerzverstärkung unmittelbar nach der Behandlung kommen.